Gesundmunter
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24/06/2026
Ich habe mich entschieden, mein Brot wieder selbst zu backen.
Nicht, weil industrielles Brot grundsätzlich schlecht ist. Aber weil ich wieder wissen möchte, was ich esse.
Das heutige maschinell hergestellte Brot kann viele Zusatzstoffe enthalten: Emulgatoren, Enzyme, Konservierungsstoffe, Oxidationsmittel oder Brotverbesserer. Sie sorgen dafür, dass der Teig stabil bleibt, das Brot mehr Volumen bekommt, länger weich bleibt und nicht so schnell schimmelt.
Für die Industrie macht das Sinn. Das Brot soll gleichmässig aussehen, lange haltbar sein und gut verteilt werden können.
Aber ich frage mich:
Muss Brot wirklich so lange „frisch“ bleiben?
Oder darf es wieder ein einfaches Lebensmittel sein?
Ich mache mein Brot jetzt wieder selbst: Bio-Vollkorn-Dinkelmehl aus der Mühle, Sauerteig, Wasser, Salz und Zeit. Danach friere ich es portionsweise ein, damit ich nicht jeden Tag backen muss.
Ja, es ist mehr Aufwand.
Aber es schmeckt besser.
Und ich weiss, was drin ist.
Für mich fühlt es sich stimmig an. Wieder ein Stück mehr zurück zum Einfachen, Echten und Selbstgemachten.
🌞
12/06/2026
Wir benutzen dieselben Worte – aber oft meinen wir nicht dasselbe.
Mir fällt immer wieder auf, wie unterschiedlich Menschen heute Worte verstehen, die früher scheinbar klar waren: Versprechen, Familie, Verantwortung, Freiheit.
Vielleicht haben Menschen nicht weniger Werte. Vielleicht messen sie nur mit einer anderen inneren Waage.
Was für die eine Generation selbstverständlich war – keine Schulden machen, ein gegebenes Wort halten, Familie zusammenhalten, Verantwortung übernehmen – hat heute nicht immer dasselbe Gewicht.
Das bedeutet nicht automatisch, dass die heutige Generation keine Werte mehr hat. Oft sind es einfach andere Werte, die stärker betont werden: Freiheit, Selbstverwirklichung, Flexibilität, Unabhängigkeit, persönliche Stimmigkeit.
Das Problem entsteht dort, wo wir glauben, der andere messe mit derselben Waage wie wir.
Ein Beispiel:
Für den einen bedeutet ein Versprechen:
„Ich stehe dazu, auch wenn es unbequem wird.“
Für den anderen bedeutet es vielleicht eher:
„Im Moment fühlt es sich richtig an, aber wenn sich etwas verändert, muss ich neu entscheiden.“
Beide benutzen dasselbe Wort.
Aber das Wort hat nicht dasselbe Gewicht.
Ähnlich ist es mit Familie.
Für den einen bedeutet Familie: „Man ist füreinander da.“
Für den anderen bedeutet Familie: „Ich möchte freiwillig kommen, nicht aus Pflicht oder Schuldgefühl.“
Auch hier sprechen beide von Familie.
Aber sie meinen nicht zwingend dasselbe.
Viele Konflikte entstehen nicht, weil Menschen keine Werte haben.
Sie entstehen, weil gleiche Wörter unterschiedliche Bedeutungen tragen.
Vielleicht müssten wir öfter fragen:
Was bedeutet das für dich?
Wie verbindlich ist es für dich?
Was erwartest du von mir?
Was darf ich von dir erwarten?
Welches Gewicht hat dieses Wort in deiner inneren Waage?
Denn nicht die Veränderung der Werte ist das grösste Problem.
Das grössere Problem ist die unausgesprochene Annahme, der andere denke und fühle gleich wie ich.
Wir müssen nicht immer dieselben Werte haben.
Aber wir sollten wissen, mit welchen Werten der andere misst.
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