In Staaten, wo das Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung nichts gilt, droht Schriftstellern und Journalisten oft Gefahr für Leib und Leben.
Jeden zweiten Monat lesen hier Autoren, die in ihren Heimatländern verfolgt werden, aber auch deutsche Schriftsteller, die aus dem Exil zurückgekehrt sind oder das Exil zum Thema ihres Schreibens gemacht haben. Wer überleben und seine Arbeit fortsetzen will, dem bleibt oft nur der Weg ins Exil. Niemand lebt gern für immer in der Fremde. Erst recht nicht Schriftsteller, deren Material das Wort, die
Sprache ist. Für sie heißt Exil nicht nur, wie für jeden anderen Flüchtling, Trennung von der Familie und von der gewohnten Umgebung. Sie verlieren im Exil oft buchstäblich den Boden unter den Füßen. Denn im Exil sind sie vom kulturellen, sozialen und natürlichen Milieu ihres Heimatlandes abgeschnitten und sind vor allem ihren Lesern fern. So trennt sie das Exil von allem, was ihr Schreiben nährt. Eine Organisationen, die es sich zum Ziel setzt, bedrohte Schriftsteller und Journalisten zu retten, ist das P.E.N.-Zentrum Deutschland. Hier wurde 1999 in Kooperation mit der deutschen Bundesregierung ein Writers-in-Exile-Programm geschaffen, das zumindest einer Handvoll Betroffener in Deutschland Zuflucht bietet und sie für maximal drei Jahre mit einem Aufenthaltsstipendium unterstützt. Aber mietfreies Wohnen, kostenlose Krankenversicherung und einen monatlichen Barbetrag für die täglichen Ausgaben sind nicht genug. Es ist für diese Writers-in-Exile-Stipendiaten wichtig, auch im Gastland als Schriftsteller, also als öffentliche Personen, wahrgenommen zu werden. Deswegen brauchen sie ein Podium. Und dieses bietet ihnen der SALON EXIL. Jeden zweiten Monat stellt der SALON EXIL Autoren vor, aktuelle oder ehemalige Stipendiaten des Writers-in-Exile-Programms, aber auch deutsche Schriftsteller, die selbst während des Nationalsozialismus gezwungen waren, ins Exil zu gehen, oder Vertreter der nachfolgenden Generationen, die das Exil zum Thema ihres Schreibens gemacht haben. Diese Autoren nicht nur mit Lesungen zu präsentieren, sondern sie vor allem über ihre Erfahrungen im oder mit dem Exil zu befragen und sie mit den Zuhörern ins Gespräch zu bringen, ist Anliegen des SALON EXIL.